Die Geschichte des Rinderquartetts Impressum Zurück 1998 bis 2002 - Der Anfang Wir (Emmi und Steffi) haben uns damals in der Schule kennengelernt. Als Kinder waren wir beide ziemlich verrückt nach Pferden  und Emmi hat sogar Reitunterricht genommen. Später ist sie dann zu einem Hof mit Rindern gekommen und fing an, sich dort um  die Rinder und Kälber zu kümmern (Kälbchen am Halfter ausführen, Kühe bürsten und auch den Stall saubermachen). Emmi nahm  mich (Steffi) dann, als wir uns angefreundet hatten mit zu dem kleinen Milchviehbetrieb, um mir die Milchkühe, Jungrinder und  kleinen Kälber vorzustellen. Ich kannte bis dato nur den Umgang mit Pferden und deren Körpersprache und hatte zuerst ziemlich  großen Respekt vor den Rindern und auch den kleinen Kälbern, die wild am Führstrick umhersprangen. Doch bald fasste auch ich  Vertrauen zu diesen schönen Tieren und zusammen betüddelten wir die Kälber und lernten alle Kühe, Jungrinder und Kälber und  deren verschiedenste Charaktere kennen.  Im Sommer 2000 führte Emmi dann immer ihr Pflegekalb Anna und ich mein Pflegekalb Dunja, bei deren Geburt am 22.08.2000 wir  sogar dabei gewesen waren, aus. Schon damals träumten wir davon, die beiden freizukaufen - leider erlaubten das unsere Eltern  nicht. So wuchsen Anna und Dunja und die anderen Kälber aus dem Jahrgang (Ginger, Merle, Fine und Pauline) heran.  Ab 2002 bis ca. 2004 wurden die Besuche dann (leider) weniger. Ich erinnere mich, dass wir beide einmal im Jahr  2003 an der  Kuhweide vorbeifuhren und spontan anhielten, um nach Dunja und Anna zu schauen. Beide waren noch da und ziemlich groß  geworden. Und sie waren noch immer sehr zutraulich und ließen sich beku(h)scheln. Es war eine große Erleichterung zu wissen,  dass zumindest Anna und Dunja noch lebten. Ich hatte im Jahr 2000 auch angefangen, Geld für den Kauf von Dunja in einer  Kuhspardose zu sparen und sparte trotz allem fleißig weiter.  2004 - Wiedersehen Ab ca. Ende 2004 fuhren wir endlich wieder regelmäßig zum Stall. Im Winter waren die Milchkühe und Jungrinder immer im  Anbindestall festgebunden und hatten keinen Weidegang. Das ist ziemlich schrecklich, wenn man sich vorstellt, sechs Monate lang  angebunden mit Ketten auf hartem Betonboden auszuharren…  Mit Freude entdeckten wir Anna und Dunja im Stall und begrüßten sie. Dann schauten wir, welche von den Kühen wir noch kannten.  Amy war noch da, eine im Frühjahr 2000 geborene Kuh, die immer sehr zutraulich und lieb war. Auch die damaligen  Kälbergefährtinnen Merle und Fine waren noch da und nun große Milchkühe geworden. Ute, die liebe Leitkuh war ebenfalls noch da.  Aber leider waren auch viele Tiere weg, die uns beiden ans Herz gewachsen waren.  Dunja und Anna waren inzwischen schon Milchkühe geworden. Sie bekamen schätzungsweise im Jahr 2002/2003 ihre ersten  Kälber. Anna hatte wahrscheinlich ein Bullenkalb bekommen, Dunja hatte eine Tochter bekommen. Ihr Name war Dixie und sie stand  ebenfalls in dem Betrieb (und bekam 2005 wiederum ihr erstes Bullenkälbchen und wurde auch zur Milchkuh).   2005 bis 2006 - Im Kuhstall Im Frühjahr 2005 bekam Dunja dann am 30.03.2005 ihre Tochter Dina und am 01.04.2005 wurde Annas Tochter Amina geboren. Beide Kälber wurden ihnen direkt nach der Geburt weggenommen und in eine Kälberbox gesteckt. Das passiert übrigens jeder Milchkuh so. Genau wie Menschen sind Rinder auch Säugetiere und geben nur (Mutter-)Milch, wenn sie ein Kalb bekommen haben. Da die Milch aber für uns Menschen gebraucht (nein, gewollt) wird, werden den Kuh-Müttern ihre eigenen Kinder nach der Geburt weggenommen. Und sie müssen jedes Jahr ein Kalb bekommen, damit sie auch immer genug Milch geben. Am Ende werden sie dann an den Schlachter verkauft. Ein schreckliches Schicksal für jedes einzelne Tier! Es vergingen weitere Monate und am 27.08.2005 wurde dann Becky, Milos Mutter geboren und am 25.10.2005 brachte Agathe ihren  Sohn Aslan (Milos und Amigos Vater) zur Welt. Normalerweise wurden die Kühe immer alle künstlich befruchtet, doch die Landwirte  beschlossen, das Bullenkälbchen Aslan zu behalten und ihn zum Decken dann im Sommer 2006 mit auf die Weide zu schicken.    Im Jahr 2006 bekam Anna ihre Tochter Alfa am 11.05.2006. Dunja bekam am 27.06.2006 Zwillingskälber (das Bullenkalb Diego und  seine Schwester, die leider tot geboren wurde). Dunja überlebte diese Geburt nur knapp. Wir suchten für Diego auch nach einem  „Gnadenhof“-Platz, was jedoch leider nicht klappte. Eines Tages, knapp vier Wochen nach seiner Geburt, war die Kälberbox, in der  er gestanden hatte, leer…   Nach Dunjas schwerer Zwillingsgeburt hatten wir Sorgen, dass Dunja eine weitere Geburt gar nicht erst überstand. Wir möchten  auch darauf hinweisen, dass wir wirklich sehr schreckliche und traurige Dinge im Stall erlebt haben und es den meisten Tieren  wirklich nicht gut ging. Diese Horrorgeschichten möchten wir euch hier jedoch ersparen. Ein Wunder also, dass Anna und Dunja alles  so gut überstanden haben.  2007 - Ein Plan muss her Im Frühjahr 2007 erfuhren wir dann, dass der Milchviehbetrieb nun nach und nach aufgegeben werden sollte, das hieß, dass alle Rinder verkauft werden würden - entweder an andere Betriebe oder an den Schlachter. Unser lieber Aslan wurde im Februar 2007 an den Schlachter verkauft… Wir erfuhren, dass Dunja - trotz dessen sie mit Aslan den ganzen Sommer auf der Weide stand und dieser die anderen Kühe (und  auch das Jungrind Becky „aus Versehen“) gedeckt hatte, nicht tragend geworden war. Sie behielten Dunja lediglich noch, um sie zu  mästen, damit sie mehr Geld beim Schlachter einbringen würde. Das war ein Schock! Nun mussten wir handeln und Dunja und auch  Anna kaufen! Anna war tragend und würde bald ein Kalb bekommen, trotzdem wollten wir beide Kühe zusammen retten, auch wenn  der Landwirt schwer zu überzeugen war. Im Internet machten wir uns schlau, was man alles organisieren muss, um überhaupt  Rinder halten zu dürfen und bekamen hier viel Unterstützung von den Mädels vom Forum „Subkuhtan“. Jasmin hatte selbst drei  Rinder (Salome, Philomena und Jolanda) freigekauft und aufgenommen. Wir erledigten also den ganzen „Papierkram“ und hörten  uns zeitgleich nach einer Pachtweide um. Da hatten wir auch ganz großes Glück, denn wir stießen auf nette Verpächter, die Pferde  hielten und uns für die Rettung unserer Rinder eine Weide verpachten würden. Jeden Tag fuhren wir nun zum Kuhstall, um zu  überprüfen, ob Dunja noch im Stall stand (und nicht doch einfach verkauft wurde) und kauften Weidezaun und alles Nötige, um die  Weide und das neue Zuhause der Kühe herzurichten. Und jeden Tag sagten wir der Landwirtin bzw. dem Landwirt, dass wir doch  Dunja und Anna kaufen wollen und sie uns unbedingt Bescheid geben sollen, wenn sie die Kühe verkaufen würden. Wir machten  uns wirklich Sorgen, dass der Landwirt Dunja doch an den Schlachter geben würde…  Als wir eines Tages in den Stall kamen - die Kühe waren auf der Weide - entdeckten wir in einer Kälberbox ein neues, kleines  Kälbchen. Wir erfuhren, dass Becky (ein sehr nettes und witziges Jungrind) am 19.06.2007 gekalbt hatte (sie war allerdings noch viel  zu jung und „aus Versehen“ von Aslan gedeckt worden). Das kleine Bullenkalb war sehr zutraulich, allerdings fiel uns auf, dass er mit  den Vorderbeinen nicht richtig stehen konnte, sondern eher auf den eingeknickten Gelenken stand.  Als wir am 30.06.2007 auf die Weide der Kühe kamen, wussten wir noch nicht, was uns erwartete. Anna hielt sich etwas weiter  abseits der Herde auf und sah schon ziemlich rund aus. Und dann bekam sie doch tatsächlich ihr Kälbchen auf der Weide. Schon  kurze Zeit nach der Geburt von Amigo, so nannte Emmi ihn später, konnte dieser aufstehen und wurde von Mama Anna liebevoll  abgeleckt. Einige Stunden konnten die beiden nun zusammen verbringen, Mama und Sohn, wie es sich gehört.   Doch wir wussten, dass sie bald getrennt werden würden und konnten leider nichts dagegen tun. Am nächsten Tag fanden wir den  kleinen Amigo in der hintersten Kälberbox unter einer Treppe, in der er nun stehen würde, bis er an den Schlachter verkauft werden  würde, genau wie alle anderen Bullenkälber. Wir  waren inzwischen immer noch in den Vorbereitungen und uns wurde klar - wenn  wir nun Anna und Dunja kaufen würden, dann musste Annas Sohn Amigo ebenfalls gerettet werden. Auch für Beckys kleines  Bullenkalb hatten wir uns zusammen mit Jasmin etwas überlegt: Jasmin würde den Kaufpreis von Milo (so hatte sie den Kleinen  getauft) sowie die anfallenden Tierarztkosten übernehmen und er würde zuerst einmal mit zu Anna, Dunja und Amigo ziehen. Wir  waren uns auch im Klaren darüber, dass wir Milo notfalls erlösen lassen mussten, wenn die Tierärztin seine Beine nicht heilen  konnte. Doch es gab noch ein Problem: Bisher hatten wir immer noch keine Zusage, dass wir Anna, Dunja und die beiden Kälber  auch wirklich kaufen durften.  27.07.2007 - Endlich gerettet Doch endlich, einige Wochen später willigte der Landwirt endlich ein! Am 27.07.2007 holten wir mit Hilfe der netten Verpächter erst Anna und Kalb Amigo und danach Dunja und Kalb Milo in einem Pferdehänger auf die Weide, die nicht weit entfernt vom Stall lag. Und da standen sie nun, vier freie Rinder. Unser gerettetes Rinderquartett! Wir waren überglücklich. Amigo konnte zum ersten Mal richtig herumtoben, er stand schließlich seit seiner Geburt in einer engen, dunklen Kälberbox. Milo konnte ebenfalls laufen, seine Beinchen waren nur noch etwas schief. So erkundeten alle die Weide und Anna - die bisher nur Zäune aus Stacheldraht kannte - machte die unangenehme Bekanntschaft mit dem für sie neuen Stromzaun. Der Pferdehänger blieb erst einmal auf der Weide stehen und diente den beiden Kälbern als Nachtlager. Abends erzählten wir unseren Eltern und Familien dann, dass wir vier Rinder gekauft hatten. Wir hatten nämlich fast alles alleine geplant und bezahlt und es war eine ziemliche Überraschung für die Familien, speziell für unsere Eltern. (Nun wisst ihr auch, dass meine Kuhspardose doch noch zum Einsatz kam.) Netterweise haben uns unsere Familien (Großeltern, Eltern u.a.) und auch viele Bekannte und später auch unsere Freunde unter die Arme gegriffen und unterstützen uns seitdem bei der Arbeit und der Versorgung der Rinder - darüber sind wir sehr froh und dankbar! Wir nutzen das hier, um euch noch einmal allen VIELEN DANK zu sagen. Wir machten am nächsten Tag eine freudige Entdeckung: Dadurch, dass Milo sich nun viel mehr bewegen konnte, baute er schnell  Muskeln in seinen Beinen auf und einige Tage nach der Rettung sah man kaum noch, dass er anfangs schiefe Vorderbeinchen hatte!  Er lief ganz normal. Auch die Tierärztin erklärte ihn für gesund. Doch die nächsten Tage wurden hart: Wir hatten zwei Kühe, die noch  Milch gaben und zwei hungrige Kälber, die Durst hatten. Die Tierärztin empfahl uns, wir sollen Dunja trocken stellen (sie gab sowieso  nicht mehr viel Milch, da die letzte Geburt ja schon über ein Jahr her war). Trocken stellen bedeutet, eine Kuh nicht mehr zu melken.  Die Milchproduktion wird vom Körper eingestellt und so kann sich Kuh und Euter erholen. Dunja kam gut damit klar, sie hatte nur  eine kleine Euterentzündung, die mit Medikamenten schnell behandelt war. Danach bildete sich das große Euter schnell zurück.  Anna sollte nun ihren Sohn Amigo und auch Milo mit ihrer Milch ernähren. Das gestaltete sich schwierig, denn Anna ließ weder ihren  Sohn (den sie ja nicht wirklich kannte, denn die beiden waren gut vier Wochen getrennt gewesen) noch uns an ihr Euter. Doch immer  wenn wir verzweifelten, sprach uns die Tierärztin gut zu und meinte, wir müssen nur etwas Geduld haben. Also wurde Anna jeden  Morgen und jeden Abend leicht von der Tierärztin sediert, angebunden und Amigo und Milo zu ihrem Euter geführt. Amigo hatte  schnell raus, dass dort leckere Milch rauskam und stand schon immer parat, wenn Anna sediert wurde. Milo kannte es bisher nur,  aus einem Eimer Milch zu trinken und begriff nicht, dass er an den Zitzen saugen musste. Er spuckte sie immer angewidert aus.  Schon traurig, dass der Instinkt eines Babys daran gewöhnt ist, aus einem Plastikeimer zu trinken statt aus dem Euter, was ja  eigentlich natürlich ist. Auch aus einem Eimer mit Nuckel trank Milo, aber nicht aus Annas Euter… Einige Tage später, als wir zur  Weide kamen, strich Anna und dem Hänger der Kälber herum und muhte leise. So kannten wir sie gar nicht. Als Amigo draußen war,  begrüßte Anna ihn, als ob sie ihn als ihren Sohn wiedererkannt hatte! Das war wirklich schön mit anzusehen. Auch Milo schaffte es  endlich - er verstand nun, aus Annas Euter zu trinken. Nach ca. einer Woche beobachteten wir dann Folgendes: Die Kälber hatten  getrunken, Anna hatten wir losgebunden und die Sedierung hatte ebenfalls nachgelassen. Aber es schien so, dass Amigo noch Durst  hatte. Also ging er wie selbstverständlich zu Anna, um zu trinken. Zuerst wehrte sie ihn ab, in dem sie einige Schritte voran ging,  aber Amigo blieb stur und ließ nicht locker! Und tatsächlich - Anna blieb irgendwann stehen und ließ ihren Sohn trinken! Von nun an  wurde es immer leichter und am Ende durfte Sohn Amigo wann immer er wollte bei Anna trinken. Milo dockte sich, wenn Amigo  trank, dann von hinten an Annas Euter mit an und trank mit. Aber alleine durfte er nicht trinken, das ließ Anna nicht zu. Aber so ging  es auch und es war eine gute Lösung. Zusammen mit Jasmin beschlossen wir, dass Milo für immer bei Emmi und mir bleiben solle,  hier hatte er einen gleichaltrigen Spielkameraden und die Milchquelle namens Anna (und später auch viele Herr Milo-Fans). Einige  Wochen später bekamen wir  jedoch ein neues Problem: Die Weide, auf der die Rinder standen (und jetzt im Sommer immer noch  stehen) liegt direkt an einem Fluss (der Oker) und wenn es stark regnet, tritt der Fluss über die Ufer und die Weide wird  überschwemmt. Wir mussten also die Vier evakuieren und durften sie erst einmal an die Scheune unserer Verpächter stellen. Später  erlaubten mein Onkel und meine Tante zum Glück, die kleine Wiese hinter deren Haus als „Notfall-Weide“ bei Hochwasser zu  nutzen.   Im Herbst zog das Rinderquartett dann auf ihre Winterweide, ca. drei Kilometer weit von der Sommerweide entfernt, um. Sie liegt  direkt vor dem Haus von meinen Eltern. Wenn man dort aus dem Küchenfenster schaut, kann man direkt die Rinder beobachten. Als  Dunja noch ein Kalb war, schaute ich damals auch aus dem Fenster und dachte mir, wie schön es wäre, wenn dort unsere Kälber  stehen würden. Und sieben Jahre später ist dies wirklich wahr geworden. Kaum zu glauben, aber wir führten Anna, Dunja, Milo und  Amigo den ganzen Weg zur Winterweide am Führstrick, entlang an der Landstraße, durch das Dorf bis zur Winterweide. Alle gingen  zum Glück brav mit. Auf der Winterweide bekamen sie ihr Futter in Form von Heuballen und Silageballen auf die Weide gestellt.  Einen Unterstand haben sie hier auch zur Verfügung. Leider verwüsteten sie das Futter immer ziemlich und seit einigen Jahren  stellen wir die Ballen auf einen Anhänger, damit sie nicht allzu viel vom Futter verschwenden (Tischmanieren haben Rinder wirklich  keine…) Im ersten Winter fütterten wir Anna noch extra, da diese durch die Milchproduktion sehr dünn geworden war.    Die beiden Kälber wurden im Herbst 2007 kastriert, damit sie die Kühe nicht decken konnten, enthornen ließen wir sie aber nicht. Im  Sommer 2008 entwöhnten wir die beiden Jungs dann von Anna, sodass diese auch keine Milch mehr geben musste.   Im Dezember 2007 brachten wir noch die beiden freigekauften Kühe Amy und Agathe zum Kuhaltersheim der Animals Angels,  welches damals in Hessen lag. Wir versuchten noch, weitere Plätze für die Rinder des alten Kuhstalles zu finden, aber leider ohne  Erfolg. Für Amy und Agathe jedoch bedeutete es, dass sie in Frieden weiterleben durften. Das Kuhaltersheim zog dann im Jahr 2008  an die Nordsee auf Hof Butenland, wo Amy und Agathe nun mit vielen anderen Rindern und Tieren in Frieden leben können. Im Jahr  2011 stellten wir auch noch Nachforschungen an, was aus den anderen Milchkühen, Rindern und Kälbern aus dem alten Stall  geworden ist. Nach Auskunft des Veterinäramtes lebten nur noch sehr wenige der Tiere. Dunjas Tochter Dina z. B. wurde ins Ausland  verkauft. Milos Mutter Becky wurde im Jahr 2008 geschlachtet und auch Dixie, Amina und Alfa, die Töchter von Dunja und Anna  waren nach Angaben des Veterinäramtes ebenfalls tot. Es ist wirklich sehr traurig. Doch trotzdem sind wir froh und glücklich, dass wir  Anna, Dunja, Amigo und Milo freigekauft haben und sie nun ihr kuhles Leben bei uns verbringen dürfen.  2008 bis heute - Das Leben des Rinderquartetts Inzwischen haben wir die Rinder ja schon einige Jahre und haben einiges mit Ihnen erlebt, was ihr hier auf der Homepage unter der  Rubrik „Blog“ nachlesen könnt. Seit 2007 schreiben wir Blog-Einträge und veröffentlichen Fotos vom Rinderquartett.  Emmi und ich sind beide berufstätig und versorgen nebenbei die Rinder. Neben unserem eigenen Verdienst, den wir für die Rinder  ausgeben,  spenden uns glücklicherweise einige nette Leute monatlich Geld, sodass die Ausgaben für die Rinder (Pacht, Futter,  Tierarztkosten) gut abgedeckt sind. Danke dafür!    Was genau gehört aber zu unseren täglichen Aufgaben? Fangen wir auf der Sommerweide an. Im Frühjahr, meist Anfang Mai  kommen die Rinder von ihrer Winterweide auf die Sommerweide. Hierzu leihen wir uns einen großen Laufwagen (Stahlgestell auf  zwei Rädern, das von einem Trecker gezogen wird). Hier werden die Rinder hineingeführt und angebunden und laufen dann  eigenständig den Weg zur Sommerweide mit. Dort angekommen, ernähren sich die Rinder nur von Gras, wir füttern inzwischen nicht  mehr zu, außer natürlich die vielen Leckereien, die sie immer zwischendurch bekommen. Die Weide ist in zwei Hälften getrennt und  von Stromzaun umgeben. Im Wechsel lassen wir sie dann erst eine Weidehälfte abgrasen, dann die andere. Einen Mineral-Leckstein  und einen großen Wasserwagen haben sie auch zur Verfügung, denn Rinder trinken wirklich sehr viel (bis zu 90 Liter am Tag pro  Tier!). Natürlich müssen wir auch den Pegelstand der Oker gut im Auge behalten und gerade bei großen Niederschlägen immer  wachsam sein, um die Rinder im Notfall evakuieren zu können. Droht Hochwasser, so müssen wir schnell zur Weide fahren, ihnen  die Halfter anbringen und sie die ca. 800 m Feldweg zu ihrer kleinen „Notfall“-Weide bringen. Diese liegt außerhalb des  Hochwassergebietes, ist aber auch leider etwas zu klein, als dass sich die Rinder hier allein vom Gras ernähren können, weshalb wir  dann Futter kaufen und morgens und abends zufüttern müssen. Bis jetzt kam das Hochwasser jedoch (fast) nur alle drei Jahre vor  (2007, 2010, 2013 und auch 2014). Im Sommer steht auch die alljährliche vom Veterinäramt vorgeschriebene Blutuntersuchung an.  Hier muss die Tierärztin von jedem der Tiere Blut abnehmen, was sich manchmal als wirklich schwierig herausgestellt hat… Im  Herbst, wenn es dann auch kälter wird und die Rinder langsam dickes Fell bekommen, bringen wir sie mit dem Laufwagen wieder zu  Ihrer Winterweide. Diese Weide ist nicht ganz so groß wie die Sommerweide, dass muss sie aber auch nicht, da sie ja schließlich im  Winter immer mit Silageballen gefüttert werden. Eine Balle reicht im Durchschnitt ca. sieben bis neun Tage, dann muss neues Futter  her. Ihr Unterstand ist windgeschützt und wird von uns immer mit Stroh ausgestreut, damit sie es darin auch schön ku(h)schlig und  trocken haben. Diesen müssen wir dann natürlich jeden Tag ausmisten und neu ausstreuen. Kleine handliche Strohballen müssen  wir auch immer kaufen und aus einem der Nachbardörfer abholen. Die Rinder können immer frei wählen, ob sie draußen unter  freiem Himmel stehen oder in den Unterstand gehen möchten. Ihr dickes Winterfell schützt sie auf jeden Fall vor niedrigen  Temperaturen, bei denen sie sich sowieso wohler fühlen als bei hoher Sommerhitze. Das Wasser muss auch jeden Tag, auch wenn  es friert, aufgefüllt werden. Wenn der Winter dann vorbeigeht und es Frühling wird und das erste Gras sprießt, merkt man den  Rindern an, dass sie nun grashungrig sind. Jeder noch so kleine Halm wird abgezupft und gierig verschlungen. Und dann geht es  bald schon wieder auf die Sommerweide. Nun habt ihr einen Einblick davon bekommen, wie es überhaupt dazu kam, dass wir vier  wunderbare und liebe Rinder bei uns aufgenommen haben.  Zurück